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Nachhaltiges Bauen

 

Nachhaltiges Bauen bedeutet in drei Dimensionen zu denken:

Ökonomische Dimension
Bei der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit werden über die Anschaffungs- bzw. Errichtungskosten hinausgehend insbesondere auch die Baufolgekosten betrachtet, die über die gesamte Nutzungs- bzw. Lebensdauer anfallen. Wie Praxisbeispiele zeigen, können die Baufolgekosten die Errichtungskosten um ein Mehrfaches überschreiten. Durch die umfangreiche Lebenszykluskostenanalyse lassen sich zum Teil erhebliche Einsparpotenziale identifizieren.

Folgende Lebenszykluskosten (Life-Cycle-Costs LCC) werden betrachtet:

Errichtungskosten
Nutzungskosten

Medienverbrauch:
gebäude- und bauteilspezifische Aufwendungen: 
Rückbaukosten 


Ökologische Betrachtung
Bei der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit wird eine Ressourcenschonung durch einen optimierten Einsatz von Baumaterialien und Bauprodukten und eine Minimierung des Medienverbrauchs (z. B. Heizen, Strom, Wasser und Abwasser) angestrebt. Damit ist in der Regel gleichzeitig eine Minimierung der Umweltbelastungen (z. B. Treibhauspotenzial bezüglich der Klimaveränderung, Versauerungspotenzial bezüglich des sauren Regens etc.) verbunden.

Da jedes Errichten und jedes Betreiben eines Gebäudes die Umwelt belastet, stellt sich die Frage, wie Gebäudevarianten in ökologischer Hinsicht objektiv bewertet und optimiert werden können.
Hierzu sind zunächst die Indikatoren festzulegen, die die unterschiedlichen Umweltauswirkungen beschreiben. Nach dem derzeitigen Stand der Diskussion werden national und international folgende globale, quantifizierbare Indikatoren für die ökologische Gebäudebewertung identifiziert:

Flächeninanspruchnahme,

Primärenergieaufwand (erneuerbar /nicht erneuerbar)

Treibhauspotenzial (GWP), im Hinblick auf die "Erderwärmung"

Ozonzerstörungspotenzial (ODP), im Hinblick auf das "Ozonloch"

Versauerungspotenzial (AP), im Hinblick auf den "Sauren Regen"

Überdüngungspotenzial (EP), im Hinblick auf Gewässer bzw. Grundwasser

Ozonbildungspotenzial (POCP), im Hinblick auf den "Sommersmog"

 

Soziale und kulturelle Dimension
Bei der sozialen und kulturellen Dimension der Nachhaltigkeit sind neben den Fragen der Ästhetik und Gestaltung insbesondere die Aspekte des Gesundheitsschutzes und der Behaglichkeit von Bedeutung. Winterlicher wie sommerlicher Wärmeschutz tragen ebenso zur Behaglichkeit bei, wie beispielsweise der Schallschutz u. a.. Durch eine gezielte Baustoffauswahl (z. B. emissionsarmer Produkte) lassen sich mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen auch bei sensiblen Personen, wie Kindern oder älteren Menschen, vermeiden.

Durch eine Optimierung des Gebäudeentwurfs, der Materialauswahl, der Baukonstruktion und der Anlagentechnik lassen sich diese Aspekte bereits in der Planungsphase erreichen. 

Gleichzeitig ist der Gebäudeentwurf so flexibel zu gestalten, dass er leicht an die sich ändernden Randbedingungen des Nutzers anpassbar ist.


Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung